Mario Hartmann Saxofon Blog

Dies ist die Blog Seite von Mario Hartman Saxofonist und Saxofonlehrer aus Bremen, Saxophonunterricht Bremen. Hier findest du Artikel zum Thema Saxophon, Saxofon lernen und noch mehr

Bin ich talentiert oder nicht? - Teil 1

Immer wieder stellen sich Schüler die gleiche Frage: "Bin ich talentiert und macht es überhaupt Sinn für mich mit dem Saxofon Spielen zu beginnen?"

Ich werde euch hierzu eine Geschichte erzählen.

Es war einmal ein Saxofonlehrer, der lebte in der Stadt Bremen, dort also, wo selbst die Tiere musizieren und das sogar noch übereinandergestapelt. Eines Tages, so ergab es sich aus seiner Tätigkeit als Saxofonlehrer heraus, klopfte ein neuer Schüler an seine Tür. Dieser wurde freundlichst begrüßt, wie jeder der zuvor durch diese Türe gekommen war. Der neue Schüler war ein sympathischer junger Mann, so kurz vor zwanzig Jahre jung und hatte einen Saxofonkoffer bei sich. In diesem Koffer befand sich ein nagelneues Saxofon, an dem Koffer hing noch das Preisschild, 1800 schrie dieses einem buchstäblich ins Auge. Auf die Frage des Lehrers wie lange der Schüler denn schon Saxophon spielen würde antwortete dieser, dass er nicht spielen könne und das Instrument gestern erst gekauft hätte. Nun wurde zumindest deutlich, warum das Preisschild noch so salopp und sich freudig zeigend am Koffer hing. Die zweite Frage des Lehrers aus der Stadt mit der tierisch-musikalischen Vergangenheit war die nach der Motivation des Schülers Saxofon spielen zu lernen. Seine Mutter wolle, dass er Saxofon spielen lerne. Nicht gut, dachte der Lehrer, überhaupt nicht gut. Trotzdem, der Schüler machte einen freudigen und willigen Eindruck und so gingen sie dann ans Werk.

Die erste Stunde war zwar eine reine Routine für den stadtmusikalischen Lehrer, dennoch viel auf, dass der neue Schüler Dinge sehr schnell umsetzten konnte. Ansatz, erste Griffe und die G-Dur Tonleiter, wunderbar, der junge Mann hatte irgendwie einen natürlichen Zugang zur Materie und zum Instrument. So einer macht die Lehrer glücklich.

Der Schüler kam eine Woche später in die zweite Stunde. Er habe einfach nicht üben können, keine Zeit, die Kumpels standen immer draußen vor der Tür. Okay, Wiederholung also, Ansatz, erste Griffe und dann die G-Dur Tonleiter. Prima, bis nächste Woche dann.

Eine Woche später, wieder nicht geübt. Für den Lehrer war das alles noch reine Routine, genauso war er es nämlich von den meisten Schülern gewohnt.  Gut, Wiederholung also, Ansatz, erste Griffe und die G-Dur Tonleiter und immer freundlich bleiben. Na bitte, geht doch, bis nächste Woche dann.

Ich könnte diesen Abschnitt jetzt noch neun Mal wiederholen, ja zwölf Wochen hintereinander hatte der Schüler niemals zu Hause das Instrument angefasst oder sich auch nur in irgendeiner Form mit dem Saxofon Spielen beschäftigt. Dann kamen die Sommerferien. Hoch und heilig versprach der Schüler es in den Ferien einmal mit dem Üben zu probieren, dabei blieb es dann aber auch, beim Probieren.

Nach sechs Wochen Sommerferien sahen sich die beiden wieder. Was dann passierte? Na, sie wissen schon, Wiederholung, Ansatz, erste Griffe und G-Dur Tonleiter. Der Lehrer fühlte sich plötzlich irgendwie nicht mehr ernst genommen und begann langsam etwas die Contenance zu verlieren. Die sechs Wochen Sommerferien wären einfach nicht geeignet gewesen um Saxofon zu üben, verteidigte sich der Student nach einem Frontalangriff des Lehrers. Dieser sicherlich talentierte Schüler entwickelte sich langsam zu einem Albtraum für den Saxofonlehrer aus Bremen.

Wie sicherlich schon erwartet, das Ende kam in der nächsten Stunde. Der Lehrer konnte einfach nicht mehr, er wollte die G-Dur Tonleiter nicht mehr erklären, wollte den Ansatz nicht noch einmal erläutern, jedenfalls diesem Studenten nicht mehr. Und was tat er da? Unglaublich, aber das erste Mal in seinem Leben und in seiner gesamten Laufbahn als Saxofonlehrer, gab er, und das mit unglaublicher Freude und Genugtuung, dem Schüler seinen monatlichen Beitrag zurück und schickte diesen direkt wieder nach Hause. Ach, was fühlte sich das gut an!

Und die Moral von der Geschicht: Ein Schüler der nie übt, kommt weiter nicht!

Weiter geht es in Teil 2...