Mario Hartmann Saxofon Blog

Dies ist die Blog Seite von Mario Hartman Saxofonist und Saxofonlehrer aus Bremen, Saxophonunterricht Bremen. Hier findest du Artikel zum Thema Saxophon, Saxofon lernen und noch mehr

Der Saxophonansatz oder der Ansatz

Mit dem Saxophonansatz oder kurz Ansatz, beschreiben wir Saxophonisten die Art und Weise, wie wir das Saxophon in den Mund nehmen, besser gesagt, wie wir das Mundstück in den Mund nehmen.

Dem Thema "Mundstücke" werde ich einmal einen extra Blog widmen. Der Ansatz hat mit dem Mundstück selber, auch wenn man das so erst einmal nicht erwarten würde, nichts zu tun. Es gibt also Hunderte von verschiedenen Mundstücken, aber lediglich ein paar Variationen, wie diese in den Mund genommen werden. Es gilt also das Motto: viele Mundstücke, ein Ansatz.

Nun gut, wie nimmt man denn das Mundstück richtig in den Mund? Die Antwort ist ganz einfach: genau so, wie man auf dem Daumen nuckelt!

Du hast keine Kinder und erinnerst dich nicht mehr an dein eigenes Daumengenuckel? Na dann probiere Folgendes: Balle die Hand zu einer Faust, Strecke den Daumen dann ab, so als stündest du an der Autobahn trampen, dann nimmst du den Daumen und führst diesen einfach ein Stückchen in Mund. Lege dabei die Daumenseite mit dem Nagel auf die Unterlippe und drücke den Daumen insgesamt etwas gegen die oberen Schneidezähne. Jetzt bitte nicht bewegen, die Situation sollte sich nun wie folgt darstellen: Der Daumen liegt mit ein wenig Druck nach oben gerichtet an den Schneidezähnen. Die Unterlippe ist ein wenig nach innen gestülpt und der Daumennagel ruht auf der Unterlippe, nimmt man nämlich den Daumen in den Mund, so sollte sich die Unterlippe von allein ein wenig nach innen, also über die Zähne stülpen. Das ist im Größen und Ganzen schon dein Saxophon Ansatz. Bis jetzt ganz einfach oder?

Naja, etwas verfeinern müssen wir den Ansatz schon noch, mit so einem "schlappen" Ansatz lässt sich nämlich kein Blatt in Schwingung versetzen und darum geht es ja, wie nämlich versetzen wir das Bambusblatt des Mundstückes in Schwingung?

Das Blatt benötigt eine gewisse Spannung von der Unterlippe, um in Schwingung zu geraten. Diese Spannung erzeugen wir durch das feste Umschließen des Daumens, später natürlich des Mundstückes, mit den Lippen.

Die Situation jetzt also folgende: Der Daumen ist immer noch im Mund, und die Lippen werden zu einer runden Form angespannt, so, als hätte man einen Weinkorken im Mund und wolle diesen mit aller Gewalt festhalten. Dabei bleibt jedoch die Unterlippe etwas nach innen gestülpt. Dein Daumen sollte jetzt also oben an den Zähnen anliegen und unten auf der Unterlippe liegen, die sich, durch das Anspannen jetzt wie ein Gummipolster anfühlen sollte.

Du kannst den Daumen jetzt aus dem Mund nehmen, und abwischen!

Als Nächstes probieren wir das alles mit dem Saxophonmundstück und montiertem Bambusblatt. Wichtig: Damit die Schneidezähne sicher und rutschfest auf dem Mundstück zu liegen kommen, bitte unbedingt eine Bissplatte, das ist ein kleiner Gummiaufkleber, auf das Mundstück setzen.

Jetzt nimm das Mundstück wie vorher den Daumen etwa 1,5 cm in den Mund, vielleicht etwas weniger, vielleicht etwas mehr, das wird sich in der nächsten Zeit bei dir herauskristallisieren und ist bei jedem auch etwas anders. Nun umschließe das Mundstück vollständig mit den Lippen, stelle dir dabei einen "Ooh-Mund" vor. Die Unterlippe ist nun also etwas nach innen gestülpt und das Mundstück drückt leicht nach oben gegen die Schneidezähne. Das Blatt sollte jetzt auf der Unterlippe liegen, die wieder das Gummipolster bildet. Alles klar? Dann mal anblasen!

Egal wie schrecklich das vielleicht auch klingen mag, wenn du überhaupt einen Ton erzeugen kannst, bist du auf dem absolut richtigen Weg zu einem guten Ansatz!

Probiere ein wenig herum, vielleicht musst du den Ansatz etwas lockern oder fester machen, das Mundstück etwas herausnehmen oder weiter in den Mund nehmen, um einen Ton zu erzeugen. Wichtig ist, dass du nur mit dem Mundstück allein einen Ton erzeugen kannst, gelingt das nämlich nicht, wirst du mit Saxophon zusammen sehr wahrscheinlich auch keinen Ton erzeugen können. Als Nächstes spiele mit diesem Ton, versuche ihn höher und tiefer zu machen, mal bewusst abzuquetschen oder abstürzen zu lassen. Das erreichst du zu Beispiel mit der Bewegung des Unterkiefers. Da das Mundstück ja an den Schneidezähnen anliegt, kannst du mit der Bewegung des Unterkiefers Flexibilität deines Ansatzes ins Spiel bringen: Beißen macht den Ton höher, das Öffnen des Kiefers macht den Ton tiefer. Ich empfehle erst einmal mit der mittleren Position des Kiefers zu beginnen oder etwas unterhalb der mittleren Position. Der Ton wird also eher etwas tiefer genommen, das lässt das Saxofon später ein wenig offener und auch lauter klingen.

In einem der nächsten Artikel werde ich den Unterschied zwischen einem klassischen und dem Jazz Ansatz schildern. Bis dahin, viel Spaß mit deinem neuen Ansatz, dem Mundstück und, deinen Nachbarn.

Dieser Artikel wurde verfasst von: Mario Hartmann - Saxophonlehrer aus Bremen